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  • Karin

8 Fragen an Kinder von toxischen/narzisstischen/sadistischen Müttern

Hallo ihr Lieben, nach einer, leider längeren Ruhepause meines Blogs, darf ich jetzt endlich wieder daran Arbeiten und möchte heute einige Geschichten zu Tage bringen, die sich wirklich so ereignet haben. Ich habe einige, erwachsene Kinder von toxischen, narzisstischen, zum Teil sadistischen Müttern befragt und möchte euch die Antworten nicht vorenthalten.

Ich möchte hier auch gleich loslegen, und auch im Anschluss noch ein paar Sätze aus meiner Sicht schreiben. Reale Geschichten, natürlich anonymisiert.

Frage Nummer eins

Wie kamst du zu der Einsicht, dass deine Mutter, toxisch/narzisstisch und, oder sadistisch ist?

A: mir wurde in einer Therapie, wegen rezidivierenden Depressionen klar, dass meine Mutter toxisch/narzisstisch ist, da war ich 50 Jahre alt. Ich wurde schon in jungen Jahren so um die 16, manipuliert. Ich durfte nach der Scheidung meiner Eltern, meinen Vater nicht mehr sehen und auch wir Geschwister hatten keinen Zusammenhalt, da uns die Mutter auseinander gespielt hat.

B: ich war um die 20 Jahre alt, als ich begann, mich mit dem Thema „Narzissmus“ beschäftigte. Durch meinen Partner wurde mir klar, dass etwas in meiner Familie nicht stimmt. Ich hatte Einblick in seine Familie und hier war es einfach „normal“

C: Bei einem Streit mit meiner Mutter, der völlig eskalierte, wusste ich mir nicht mehr zu helfen. Auch in meinem Bekanntenkreis konnte mir keiner einen Rat geben. Ich googelte Situationen und auch Dinge, die in der Vergangenheit vorgefallen sind und recherchierte, bis ich auf diverse Internetseiten stieß und mir klar wurde, dass ich hier verstanden wurde. Es waren einschlägige Seiten über Narzissmus.

D: Mit Anfang 30 verstand ich, dass meine Mutter toxisch ist, und wahrscheinlich Sadistin.

E: Als ich meine jetzige Ehefrau kennenlernte, sagte einmal Ihre Freundin, dass sie jetzt endlich wisse, dass ihre Mütter Narzisstin sei. Ich fragte sie, was das denn sei und sie erzählte allerhand aus dem Nähkästchen. Während sie einiges schilderte, wurde mir klar, dass meine Mutter exakt da gleiche mit mir macht. Ich begann im Internet zu suchen und bestellte sämtliche Bücher, die ich fand. Endlich kam ich mir verstanden und nicht mehr alleine vor.

F: Ehrlich gesagt durch deinen Blog

Frage Nummer zwei

Welche Ereignisse gab es, die sich bis heute bei dir eingebrannt haben?

A: Es waren keine speziellen Ereignisse, es waren die üblichen Verdächtigen. Keine Liebe in der Kindheit, keine Zuwendung, Manipulationen. Im Erwachsenen Alter, das klassische Aussaugen von Energie und das sie immer im Mittelpunkt stehen muss.

B: Es gab wirklich zahlreiche schlimme Ereignisse. Die meisten davon verdrängt man unbewusst. Es war ein ständiges bevormunden und ich wurde im Grunde immer dazu gezwungen, zu tun, was sie für richtig hielt. Meine eigene Meinung zählte nicht. Wenn ich es dann wagte und mich durchsetzen konnte, wurde alles abgewertet und schlecht gemacht. Man lernt sich zu fügen, um nicht verletzt zu werden.

C: Es gab sehr viele schlimme Dinge. Wenn ich mit meiner Mutter lernte, hat sie mich nur schlecht gemacht oder angeschrien. Ich konnte nichts richtig machen. Als ich ihr einmal etwas vorsang, hat sie mich völlig erniedrigt und ausgelacht. Dieses Szenario brannte sich sehr ein. Mir ist es nicht möglich vor anderen Menschen zu singen. Egal welchen, meiner Partner sie kennen lernte, sie kritisierte nur, sobald ich die Beziehung beendet hatte, hob sie den Ex in den Himmel.

Es war auch immer wichtiger am Hof zu arbeiten als für Matura oder Uni zu lernen.

Schlussendlich verbot sie mir, meine Oma, ihre Mutter zu sehen und verbot mir meine eigene Partnerwahl und versuchte meinen Umzug zu verhindern.

D: Ich denke das schlimmste Ereignis, erlebte ich mit 14 Jahren. Meine Mutter erlitt einen Nervenzusammenbruch und lag am Schlafzimmer Boden. Ich wusste mir nicht zu helfen und fragte Sie immer wieder, was ich nur tun solle. Ob ich die Rettung oder den Arzt rufen soll, ob ich zum Arzt laufen solle, oder wie ich ihr nur helfen kann. Sie schrie mich an, ich soll bloß in mein Zimmer verschwinden. Ich fragte abermals aber immer wieder schrie sie mich an, dass ich in mein Zimmer soll. Dies tat ich dann auch irgendwann. Ein bis zwei Wochen später in einem Kaffeehaus, hat sie dann Gästen neben mir erzählt, dass sie zusammenbrach und ich sie einfach verrecken lies und sogar dabei zu sah. Nicht nur der Schock den man erlebt, auch noch diese tiefe Verletzung der Lüge und Bloßstellung.

E: Meine Mutter fragte mich täglich nach Schularbeiten, Tests und Hausarbeiten. Sie kontrollierte alles und fand immer einen Grund mich zu erniedrigen. Wenn ich mehr als zwei Fehler hatte, musste ich mich nackt ausziehen und sie bestrafte mich mit einem Gürtel. Sie genoss das richtig und sagte immer das ich eine dumme Sau sei und eigentlich kein recht hätte zu leben. Eines Tages, es waren ihre zwei schrulligen Freundinnen bei ihr, fragte eine der Damen, wie es mir in der Schule erging. Meine Mutter packte meine Sachen aus und es war eine Falte in einem meiner Schulhefte, ich musste mit heruntergelassener Hose, vor meiner Mutter knien und mich so beugen das sie mich versohlen konnte, dass mit fast 12 Jahren vor ihren Freundinnen.

F: Mit 15 hatte ich mich selbst befriedigt. Meine Mutter stürmte ins Zimmer und machte ein Foto mit ihrer Kamera. Danach musste ich meinem Vater davon erzählen. Dieser meinte nur ich wäre eine ekelhafte Nutte und ich solle mir bald ein neues zu Hause suchen. Ich war ja noch Schülerin, also winselte ich um vergeben. Nicht nur das meine Mutter das Foto in der Verwandtschaft rum reichte. Sie schlug mich am nächsten Tag blau. Mein Vater sagte nie etwas zu all dem. In der Schule erzählte ich, ich sei mit dem Rad gestürzt.

Frage Nummer drei

Gab es Situationen, bei denen du versucht hast, dich jemanden anzuvertrauen, dir ab er nicht geglaubt wurde?

A: Nein, habe ich mir nicht getraut, ich habe alles mit mir selbst ausgemacht.

B: Ja, da meine Mutter schon vorab überall IHRE Wahrheit erzählt hatte, hat mir niemand mehr geglaubt.

C: Ja, ich habe mich einer Vertrauenslehrerin anvertrauen und diese hat mich auch ernst genommen. Leider sprach sie mit meinen Eltern. Ich erzählte der Lehrerin auch, dass ich mich selbst verletze und auch einen Suizidversuch hinter mir habe, leider hatten meine Eltern die Pubertät als Ausrede und es gab wieder keine Hilfe. Meine Freunde rieten mir, ein offenes Gespräch mit meinen Eltern zu suchen, aber jeder der in ähnlicher Situation gewesen ist oder noch ist, weiß, es funktioniert nicht. Im Gegenteil, es wird vielleicht noch schlimmer.

D: Nein habe ich nicht, ich hatte zu viel Angst, dass es dann meine Mutter erfährt und noch schlimmer wird.

E: Nein, es wussten genug Menschen und sahen nur zu. Unsere Nachbarin hat sogar einmal mit dem Jugendamt gesprochen, aber es hat diese Herrschaften nicht interessiert.

F: Ja, aber ich wurde noch härter bestraft und wieder als verlogene Göre hingestellt.

Frage Nummer vier

Wie würdest du deine Mutter mit fünf Wörtern beschreiben?

A: immer fordern, neidisch/eifersüchtig, ein „Igelball“ mit Stacheln, immer ein schlechtes Gewissen einreden

B: kontrollierend, unsicher, bestimmend, abhängig, manipulierend

C: boshaft, aggressiv, erniedrigend, manipulierend, selbstsüchtig

D: krank, theatralisch, hinterfotzig, herrisch, egozentrisch

E: brutal, sadistisch, dominant, hinterfotzig, gemein

F: Grob, aggressiv, sadistisch, verlogen, angsteinflößend

Frage Nummer fünf

Hast du noch Kontakt zu deiner Mutter?

A: nein

B: nur das allernötigste

C: Nein, habe ich vor einem Jahr abgebrochen

D: Nein, habe keinen Kontakt mehr, habe aber sehr lange gebraucht, um es umzusetzen.

E: Nein, seit ich verstanden habe, dass mich keine Schuld trifft, habe ich alles blockiert und bin. umgezogen.

F: Nein, ich kam lebend raus

Frage Nummer sechs

Konntest du eine intakte Partnerschaft oder Beziehung aufbauen?

A: Ja, Gott sei dank

B: Ja, nachdem ich mich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt habe, und mir professionelle Hilfe geholt habe, konnte ich auch eine Beziehung aufbauen und mein Partner stand mir immer bei.

C: In meiner Vergangenheit hatte ich zwei oder drei Partner mit narzisstischen Zügen und zwei Schwiegermütter in Spe. Ich habe wohl immer diese Nähe gesucht.

D: Ja, es hat wahnsinnig lange gedauert, aber vor drei Jahren, hat es dann geklappt. Mein Partner ist zwar ab und zu mit meinen Emotionen überfordert, aber er steht zu mir.

E: Ja, nach Coaching, Therapien (habe verschiedene versucht) und auch viel lesen. Bin ich jetzt in einer guten Beziehung, aber es ist immer noch viel Arbeit und Verständnis der Partnerin notwendig.

F: Nein, ich bin dank dir in Therapie und auch froh über deine Hilfe. Ich kann noch niemanden an mich ran lassen.

Frage Nummer sieben

Gibt es physische (körperliche) Folgen durch den Missbrauch?

A: nein

B: Leider ja, ich habe chronische Magen und Darm Beschwerden, ebenso starke Verspannungen in Schultern und Nacken. Leider kommt dadurch auch immer ein enormer Druck auf der Brust.

C: Psychisch wurde ich mit einer Angststörung diagnostiziert. In der Zeit nach meinem Auszug hatte ich Herzbeschwerden wie Herzrasen. Schlafstörungen kamen auch dazu

D: Ich habe geritzt und zwei Suizidversuche hinter mir. Sogar einen Gehirntumor habe ich mir ersehnt, um nicht mehr leben zu müssen. Eine Zeit lang hatte ich schwere Depressionen und eine soziale Phobie. Vor einiger Zeit wurde eine Schilddrüsenerkrankung festgestellt und Multiple Sklerose.

E: Ich habe starkes Übergewicht, eine Schilddrüsenunterfunktion, Migräne, und seit klein Auf chronische Magen und Darm Beschwerden.

F: ich habe immer Angst, ich kann nicht immer die Wohnung verlassen. Ich habe Hashimoto, Bulimie, chronische Gastritis, und ich schlafe erst gegen morgens ein.

Letzte Frage, Frage Nummer 8

Möchtest du noch etwas sagen oder den Lesern erzählen?

A: Ich freue mich immer über Austausch.

B: So hart es auch scheint, wenn du eine narzisstische Person kennst, auch wenn Partner oder Eltern(teil) TRENN DICH VON DIESEM, es ist der einzige Weg davon loszukommen.

C: Ich möchte alle ermutigen, die diesen Blog lesen, nur völliger Kontaktabbruch der Mutter, hilft euch in so einem Fall. Auch wenn es schwer ist. Ich habe mein Leben wieder in der Hand, anders hätte ich es nicht geschafft.

D: Ich würde allen zu einem Kontaktabbruch raten. Nein, ich möchte sie sogar ermutigen. Ich dachte immer, das kann ich doch nicht tun, sie ist doch meine Mutter. Man hat Zweifel und Gewissensbisse, aber es ist wichtig, dass man auf sich selbst achtet! Es tut weh keine Mutter zu haben, aber ich weiß, es war die richtige Entscheidung.

E: Habt den Mut und redet darüber, nehmt euer Leben in die Hand und brecht mit der Mutter oder Familie oder dem narzisstisch, toxischen. Anhang. Es hat keinen Sinn deswegen kaputt zu gehen. Das Leben ist schön, mach dich auf deinem Weg.

F: Ich möchte einfach Danke sagen.

Ich möchte nochmals allen herzlich danken. Ich weiß wie schwer es ist, sich zu öffnen. Das Thema ist nicht nur sehr schwierig, sondern auch sehr intim. Denn Mütter sind eigentlich die Personen in unserem Leben, die uns lieben und schützen sollten. Als Kind ist man diesen Angriffen und Missbrauch, leider schutzlos ausgeliefert. Wenn du dich gerade in so einer Situation befindest. Bitte suche dir Hilfe. Du kannst dich beim Verein Seelenwerkstatt (www.verein-seelenwerkstatt.com) melden, oder dich jemanden anvertrauen den du dir aussuchst. Du bist nicht alleine. Vielleicht haben dir diese Geschichten erst die Augen geöffnet, vielleicht erkennst du dich wieder, oder du findest Mut für ein neues Leben. Auf jeden Fall, freue ich mich auf Feedback, in welcher Form auch immer.

Kraft und Liebe, eure Karin


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